Ziele der pädagogischen Arbeit
Als Tagespflegestelle verstehe ich mich im Sinne der gesetzlichen Grundlagen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (§22 Grundsätze der Förderung) als eine familienergänzende Einrichtung mit einem klaren Bildungsauftrag:
Dabei lege ich großen Wert auf die Förderung der kognitiven, emotionalen, motorischen, kreativen und sozialen Fähigkeiten der Kinder. Gleichzeitig berücksichtige ich ihre individuellen Lebenswelten und Erfahrungen sowie ihre altersgerechte Entwicklung. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist ein regelmäßiger und offener Austausch mit den Eltern essenziell. Eine vertrauensvolle Beziehung bildet die Grundlage für eine sichere Umgebung, in der Kinder sich entfalten können.
Jedes Kind soll sich im Bi(e)nenkorb sicher, willkommen und wertgeschätzt fühlen. Die Räumlichkeiten dienen dabei nicht nur als Betreuungsort, sondern auch als Lernumfeld, in dem sich die Kinder aktiv weiterentwickeln können. Besonders wichtig ist mir, dass auch Kinder mit Beeinträchtigungen hier ihren Platz finden – gelebte Vielfalt bereichert sowohl die Kinder als auch die Gemeinschaft.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Sicherheit. Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, sich auszuprobieren und neue Erfahrungen zu sammeln, ohne dabei Gefahren ausgesetzt zu sein. Als Erwachsene übernehmen wir eine Vorbildfunktion. Ein achtsamer, wertschätzender und liebevoller Umgang miteinander ist für mich im Alltag von großer Bedeutung.
Ein strukturierter Tagesablauf mit wiederkehrenden Ritualen gibt den Kindern Orientierung und Sicherheit. Gleichzeitig sollen sie die Freiheit haben, sich selbst einzubringen. Partizipation und Selbstwirksamkeit sind essenzielle Bausteine für eine gesunde Entwicklung.
Zum täglichen Ablauf gehören zudem regelmäßiges Händewaschen, Wickelzeiten sowie Toilettengänge. Der Übergang von der Windel zur Toilette wird in Absprache mit den Eltern individuell begleitet und unterstützt.
Eine zentrale Methode meiner pädagogischen Arbeit ist die Beobachtung. Sie hilft mir, die Bedürfnisse und Interessen der Kinder besser zu verstehen und gezielte Angebote zu entwickeln. Die Begleitung der Tagesgruppe ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern eine echte Herzensangelegenheit. Ich sehe es als meine Aufgabe, die Kinder auf ihrem Weg zu begleiten und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
Mein Schwerpunkt liegt auf der Wahrnehmungsförderung, insbesondere auf der sensomotorischen Entwicklung der Kinder. Ziel ist es, ihre Sinneswahrnehmung gezielt zu schulen und ihre kognitiven Fähigkeiten zu stärken. Gleichzeitig orientiert sich der Alltag im Bi(e)nenkorb an den Bedürfnissen der Kinder. Das bedeutet, dass viele Aktivitäten spontan aus dem Freispiel heraus entstehen.
Ein großer Teil der Betreuungszeit wird von Rollenspielen geprägt, in denen die Kinder sich ausprobieren, verkleiden, kochen, mit Puppen oder Autos spielen und mit unterschiedlichen Baumaterialien wie Lego Duplo, Holzklötzen, Decken oder Schaumstoffbausteinen kreativ werden. Denn Kinder lernen spielerisch!
Um ihre Kreativität und Feinmotorik zu fördern, stehen ihnen im Tagesraum verschiedene Materialien wie Stifte, Kreide, Fingerfarben, Knete sowie Naturmaterialien zur Verfügung. Das freie Spiel ist ein wesentlicher Bestandteil des Tagesablaufs, da die Kinder hierbei wichtige soziale und emotionale Kompetenzen entwickeln.
Zur Förderung der Sinneswahrnehmung nutze ich gezielt sensorische Materialien wie Fühl-Säckchen, Klangspiele sowie unterschiedliche Texturen und Formen. Ergänzend dazu biete ich wahrnehmungsfördernde Aktivitäten an, darunter Fingerübungen, Sinnesspiele sowie den kreativen Einsatz von Naturmaterialien und Pflanzen für ein ganzheitliches Sinneserlebnis.
Die thematischen Angebote im Bi(e)nenkorb orientieren sich am Jahreslauf und an den Ideen der Kinder. So greifen wir z. B. bei unseren regelmäßigen Spaziergängen zum Bio-Bauernhof aktuelle Erlebnisse auf, wie die Geburt eines Kälbchens oder das Schlüpfen von Küken.
Je nach Anlass gestalten wir kreative Projekte: Zum Martinstag basteln wir Laternen, zum Muttertag eine kleine Überraschung und zu Ostern einen Osterhasen. Dabei wird auf Fragen der Kinder aktiv eingegangen – sei es durch Bilderbücher, gemeinsames Malen oder kreative Gestaltungsarbeiten.
Kinder, die kurz vor dem Wechsel in den Kindergarten stehen, werden auf diesen Übergang vorbereitet. In Absprache mit den Eltern nehme ich Kontakt zu den jeweiligen Einrichtungen auf und organisiere gemeinsame Besuche, um den Einstieg so sanft wie möglich zu gestalten.